Bad Arolsen-Mengeringhausen.  Das Pelletwerk (Prinz Eugen Energiepark) im Bioenergiepark auf dem Mengeringhäuser Hagen profitiert vom aktuellen Überangebot an Windwurfholz und von der anhaltend großen Nachfrage nach Holzpellets.

Vor diesem Hintergrund sei der Kauf der Prinz Eugen Energiepark GmbH durch die Blue Energy Europe Gruppe 2015 genau richtig gewesen, meint Geschäftsführer Jochen Sautter. Zum Zeitpunkt der Übernahme habe das Unternehmen nicht gut dagestanden. Die Firma, die 2011 mit dem Bau des Pelletwerkes (Prinz Eugen Energiepark) und 2012 mit der Produktion begonnen habe, sei im Bereich Solaranlagen erfahren gewesen. Das Pelletwerk funktioniere anders.

Nach der Übernahme habe Blue Energy Europe eine weitere Produktionslinie in das vorhandene Gebäude eingebaut und eine Maschine zur Sackverpackung angeschafft. Inzwischen würden 70 Prozent der Pelletproduktion aus Mengeringhausen in Säcken verkauft, nur noch 30 Prozent in Silo-Lastwagen. Die Investitionsentscheidung sei also richtig gewesen. Heute werde mit 60 000 Tonnen Pellets zweieinhalbmal soviel produziert wie unter dem früheren Betreiber. Sautter: „Wir investieren nur in Projekte, die sich auch ohne Zuschüsse tragen.“

Wer sind die Partner des Pelletwerkes in Mengeringhausen?

Anfang April konnte die Prinz Eugen Energiepark GmbH berichten, dass ein langfristiger Kooperationsvertrag mit der BayWa AG abgeschlossen wurde. Das Unternehmen, das in Bayern und Baden-Württemberg viele Baumärkte betreibt, hat quasi die die komplette Produktion der nächsten sieben Jahre gekauft. Konkret übernimmt BayWa die Lieferung der Holzspäne und den Verkauf der Pellets.

Die Prinz Eugen Energiepark GmbH organisiere mit ihren sieben Angestellten den Produktionsprozess rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Noch an Ostern, Weihnachten und an zwei geplanten Revisionstagen ruht die Anlage.

Jochen Sautter Prinz eugen energiepark

Die Prozesswärme kommt per Nahwärmeleitung vom benachbarten Holzheizkraftwerk, das sonst seine Abwärme ungenutzt in die Luft blasen würde.

Energiepark-Geschäftsführer Jochen Sautter macht eine saubere Umweltbilanz auf: Eine Tonne Holzpellets entspricht einer Wärmeenergie von 5000 Kilowattstunden.

Für das Trocknen der Späne und das Pressen zu Pellets werden 700 Kilowattstunden Wärme je Tonne und 120 Kilowattstunden Strom benötigt. Unterm Strich bleiben rund 4100 Kilowattstunden klimaneutrale Wärme. Das Pelletholz verbrennt sauber ohne nennenswerte Ascherückstände.

Warum wird jetzt privates Geld eingesammelt?

Aufhorchen ließ vor wenigen tagen ein Inserat im Anzeigenteil der WLZ, mit der für eine Bürgerbeteiligung am Pelletwerk geworben wurde. Was hat es damit auf sich?

Aktuell plant die Unternehmensmutter Blue Energy Europe, die Kredite, die für Kauf und Nachrüstung der Prinz Eugen Energiepark GmbH nötig waren, rund 10 Millionen Euro, umzuschulden. Die risikobehafteten Kredite von 2015 seien „unnötig teuer“. so Sautter.

Für der Umschuldung würden private Kreditgeber gesucht, die mit vier bis 5,8 Prozent Zinsen eine ansehnliche Rendite und volle Grundbuchsicherheit auf die Erbpachtgrundstücke bekämen. Das Unternehmen habe durch die Bürgerbeteiligung ebenfalls einen Zinsvorteil, rechnet Dr. Jens Mähler von der Prinz Eugen Energiepark GmbH vor. So profitierten beide Seiten.

Die Anlage sei nicht nur für die Betreiber von Pelletheizungen interessant, die damit ihre Philosophie einer klimaneutralen Wärmeversorgung abrunden könnten.

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